Cloud-Computing: Gift oder Zaubertrank?

Beim Thema Cloud-Computing scheiden sich die Geister. Während Datenschützer hierin reines Gift für die Privatsphäre sehen, versprechen Anbieter naturgemäß die Lösung aller – naja, der meisten – Probleme. Aber vielleicht ist Cloud-Computing ja gar nichts von beidem und es entpuppt sich als kalter Kaffee oder gar alter Wein in neuen Schläuchen?

Es ist zunächst zumindest befremdlich, dass eine technologisch anspruchsvolle Innovation durch den „niedlichen“ Begriff „Cloud“ (Wolke) und entsprechende Bildchen dargestellt wird. Somit ist eine gewisse Skepsis sicherlich angebracht. Aber was steckt eigentlich wirklich hinter Cloud-Computing?

Cloud-Computing ist das Ergebnis einer seit vielen Jahren andauernden Entwicklung: IT-Dienstleistungen, wie z. B. Serverinstallationen und -betrieb, wurden über viele Jahre hinweg immer weiter automatisiert. Dies versetzt Infrastrukturanbieter in die Lage, IT nicht mehr „nur“ als Hardware anzubieten, sondern über Selbstbedienungsportale Kunden zu ermöglichen, virtuelle Server hinsichtlich Rechen- und Speicherkapazität selbst individuell zu konfigurieren und zu bestellen (Infrastructure as a Service, IaaS). Waren vor einigen Jahren noch atemberaubende Investitionen für eine verlässliche Server-Infrastruktur notwendig, kann man heute für einige Euro die benötigten Leistungen stundengenau und bedarfsgerecht buchen. IT-Investitionen in Server-Hardware gehören damit der Vergangenheit an.

Der Begriff Software as a Service (SaaS) hat sich im Vergleich zu IaaS wesentlich schneller durchgesetzt, vermutlich weil nur wenige Menschen wirklich tagtäglich mit IT-Infrastruktur in Berührung kommen. Das Grundprinzip ist gleich: Benötigte Ressourcen, in diesem Fall Softwarelizenzen und -module, werden im Abo lizenziert und verwendet. Der Kaufpreis, sprich die Investition, wird abgelöst durch eine monatliche Miete. Ein Beispiel für SaaS ist Microsoft Office 365.

Gerade die langjährige Evolution von SaaS und IaaS begründet das enorme Potenzial dieser üblicherweise als Cloud-Computing bezeichneten Kombination. Die IT, egal ob Hardware oder Software, tritt in den Hintergrund und der Kunde bucht eine ganzheitliche Lösung, die einen Geschäftsprozess (oder mehrere) abbildet und ohne langfristige Verpflichtungen bedarfsgerecht mitwachsen (oder schrumpfen) kann. Die finanziellen Vorteile liegen somit auf der Hand:

  • Cloud-Lösungen sind in der Regel preiswerter als der Eigenbetrieb (Investitions- und Betriebskosten entfallen).
  • Dank Skalierbarkeit können die Kosten flexibel an den Bedarf angepasst werden.
  • Darüber hinaus verteilen sich die anfallenden Kosten gut kalkulierbar gleichmäßig über das Jahr (statt ein- bzw. mehrmaliger hoher Investitionskosten).

Aber es entstehen auch operative und strategische Vorteile:

  • So sind Unternehmensdaten oft orts-, zeit- und geräteunabhängig verfügbar.
  • Insbesondere KMU profitieren von einem sichereren und verfügbareren IT-Betrieb, als sie selbst dies realisieren könnten. Zudem sind Dienstleister üblicherweise nach einschlägigen Richtlinien und Normen geprüft.
  • Ausfallrisiken werden reduziert.

So können sich Unternehmen durch die Nutzung von Cloud-Diensten stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und Mehrwerte in ihrer Branche schaffen. Cloud-Computing ist also sicherlich kein Zaubertrank, aber doch zumindest ein extrem wirksamer Vitamindrink.

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